OSB-Platte
Erläuterung des Begriffs
Der Name OSB kommt aus dem englischen Sprachgebrauch, heißt dort "oriented structural board"und bedeutet übersetzt Platte aus ausgerichteten Spänen. OSB-Platten, welche auch Grobspanplatten genannt werden, bestehen aus mehreren Schichten langer und schlanker Späne, welche ausgerichtet wurden und anschließend mehrfach verleimt worden sind. Dabei entstand die OSB-Platte eigentlich aus einem restlichen Produkt der amerikanischen Furnier- und Sperrholzindustrie, welche den bisherigen Abfall zu schade fand, um ihn einfach zu verbrennen. So versuchten Techniker, mehrere Späne übereinander zu schichten, zu verleimen und anschließend zu belasten. Sie waren sehr erstaunt, dass diese verleimten Späne eine enorme Stabilität aufwiesen und fertigten daher ganze Platten an, welche in mehreren Schichten an Spänen zunächst ausgerichtet wurden, dann mit einer Leimschicht versehen und danach zum schnelleren Trocknen in eine Hitzekammer legten. Das Endprodukt war die heutige OSB-Platte.
Die heutige Herstellung der OSB-Platte
Heutzutage werden die Grobspanplatten wie folgt hergestellt:
Zunächst erfolgt die Spanaufbereitung. Dafür werden aus den Rundhölzern durch Messer in Längsrichtung die groben Späne herausgeschnitten. Danach erfolgt die Trocknung, denn die natürliche Feuchtigkeit muss extrem reduziert werden, damit die Spanplatte anschließend mit ausreichend Leim benetzt werden kann. Die Trocknung ist zudem auch wichtig, weil beim Pressvorgang der durch die Feuchtigkeit entstehende Dampfdruck die Platte zum Platzen bringen würde. Nach diesem Schritt folgt die eigentliche Verleimung, wobei der Klebstoff fein verteilt auf die Späne aufgebracht wird. Danach erfolgt die Streuung, denn die nächsten Späne werden in einem Wurfverfahren längs und quer so gestreut, damit die Späne kreuzweise in drei Schichten angeordnet werden. Als letzter Schritt erfolgt die Pressung. Hierbei werden die Späne unter hohem Druck und sehr hohen Temperaturen bis zu 250 Grad Celsius auf die Form der Platte gepresst werden.
Die Eigenschaften und Verwendung
Durch die langen Späne ist die Biegefestigkeit der OSB-Platte wesentlich höher als bei den herkömmlichen Spanplatten. Dank des hohen Klebeanteils weist die OSB-Platte einen hohen Dampfdiffusionswiderstand auf. Die Struktur der Späne verleiht der Platte das charakteristische Aussehen, wodurch die OSB-Platte nicht nur für bauliche, sondern auch für dekorative Zwecke genutzt werden kann. Diesbezüglich ist auch noch die Auswirkung der Formaldehydausdünstung auf das Raumklima. Je nach Verwendungszweck beträgt die Rohdichte der OSB-Platte ungefähr 600 – 700 kg/m2. Die Grobspanplatten werden bei Rohbau als Bauplatten verwendet, zudem auch noch im Innenausbau und für die Herstellung besonderer Möbel und Kisten. Zudem wird die OSB-Platte sehr häufig als Schalung für Beton genutzt. Rund 95 % der OSB-Platten werden in den USA hergestellt, davon dort rund 90 % für den Hausbau verwendet. Allerdings sollten die OSB-Platten nicht auf eine Fußbodenheizung gelegt werden, da diese sich sonst durch die einseitige Wärme leicht verziehen kann.
