Hochofenschlacke
Was versteht man unter Hochofenschlacke?
Hochofenschlacke ist ein nicht metallischer Verbrennungsrückstand, welcher entweder glasig oder kristallin sein kann.
Es ist ein aus basischen und sauren Oxiden zusammengesetztes oxidisches Stoffgemisch, welches bei der Metallgewinnung in der Erzverhüttung entsteht und poröse bis massive Eigenschaften aufweist. Die Bezeichnung Schlacke entwickelte sich zu Beginn der Erzverhüttung, weil die nicht metallischen Rückstände vom Metall durch Schlagen getrennt wurden. Wenn die Schlacke nicht auf die Mülldeponie gebracht wird, wird sie als Sekundärrohstoff im Bauwesen als Gesteinskörnung für Tragschichten oder als Zusatzstoff für Zement verwendet.
Die Entstehung der Hochofenschlacke
Die Hochofenschlacke entsteht im Hochofen, wenn man Roheisen gewinnen möchte. So entstehen Schlacken bei fast allen Herstellungsverfahren von Eisen und Eisenprodukten und bei deren Verarbeitungsprozessen. Infolge ihrer geringen Dichte bildet sich bei der Verhüttung eine homogene Schlackenschicht, die sogenannte Schlackendecke, auf dem Metallbad. Im Schmelzfluss wird die Schlacke vom Metall getrennt und danach im noch flüssigen Zustand zur Abkühlung in sogenannte Beete abgegossen. Von dort wird die Schlacke der Aufbereitungsanlage zugeführt, wo die Schlacke für ihren späteren Verwendungszweck gebrochen und gesiebt wird.
Die Verwendung der Hochofenschlacke
In den Hochöfen fallen regelmäßig große Mengen von Schlacke an. Sie dienen als Rohstoffe für eine Vielzahl von Produkten. Die weitere Verwendung der Schlacke bietet sich allein schon aus der Tatsache an, weil die Deponieflächen erstens sehr gering, zweitens sehr kostenintensiv sind und drittens organische und natürliche Ressourcen auf diese Weise geschont werden können. Granulierte Hochofenschlacke beispielsweise dient als Zusatzstoff für Zement, wobei hier der Ausdruck Hüttensand von den Arbeitern verwendet wird. Des Weiteren dient Hochofenschlacke zur Herstellung von mineralischen Düngemitteln. So kann die granulierte Schlacke auch im Straßen- und Wegebau wie Schlackenschotter, Schlackensplit, Schlackenbrechsand und auch Baggerschlacke, welche aus Eisenhütten- oder Metallhüttenschlacke als besondere Gesteinskörnung in die ungebundenen Tragschichten verarbeitet werden. Im Pflasterbau findet Hochofenschlacke als Schlackensteine mit festen Steinformaten Verwendung. Aufgrund ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten wird die Schlacke von der Industrie als Eisensilikat oder auch Eisensilikatgestein bezeichnet, wobei diese Bezeichnung auch als Markenname verwendet wird.
Hochofenschlacke und der Umweltschutz
In den Schlacken sind Schwermetalle in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Daher muss Schlacke für die Weiterverwendung als unbedenklich im Umweltverhalten eingestuft werden und zu diesem Zweck unter Erstellung von verschiedenen Tests auf seine Auslaugbarkeit untersucht werden. Insbesondere hat sich bei der Lagerung auf den Deponien oder bei der Verwendung im Straßenbau gezeigt, dass das Langzeitverhalten unter realen Bedingungen der Atmosphärilien mit den durchgeführten Tests nach den Bestimmungen der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall noch nicht genügend beurteilt werden kann. Daher ist die Schlacke in Trinkwassergebieten als Baustoff nicht einsetzbar.